Bestimmung der Grössenzugabe für Ringe

Einfüsse auf die Schwindung bei Ringen

Eine der grössten Herausforderungen beim Arbeiten mit Silverclay ist die Berechnung des Grössenzuschlags für die Schrumpfung bei Ringen. Vor allem für Anfänger kann das schwierig sein, mit zunehmender Erfahrung gelangt man zu immer mehr Sicherheit mit den Grössenzuschlägen.

Verschiedene Faktoren haben einen Einfluss auf die Schwindung des Silverclays und auf die schlussendliche Ringgrösse, daher kann man nicht einen einheitlichen Grössenzuschlag nennen.

Folgende Faktoren haben alle einen Einfluss auf die schlussendliche Ringgrösse:

  • Brenntemperatur: Je höher die Brenntemperatur und je länger die Haltezeit, desto grösser ist die Schwindung.
  • Verschiedene Produkte: Jedes Produkt, sei das PMC3, PMC Sterling, Art Clay Silver hat seine eigene spezifische Schrumpfung.
  • Brennen: Brennmethoden ohne genaue Temperaturanzeige (z.B. Handgasbrenner) brauchen Erfahrungswerte. Auch eine Temperaturanzeige bei einem elektrischen Brennofen kann abweichen, vor allem bei günstigen oder bei alten Geräten sollte man das herausfinden und einkalkulieren. Jeder Brennofen heizt anders, daher braucht es auch hier Erfahrungswerte mit jedem Ofen.
  • Individuelle Bearbeitung: Richtiges Messen am Finger spielt eine wichtige Rolle, genau so wie das Anzeichnen der Grösse am Ringstocks sowie das Anbringen des feuchten Clays um den Ringstock. Viele kleine Abweichungen können sich summieren und eine Auswirkung auf die schlussendliche Grösse haben. Daher ist es wichtig, die Messung und das Anbringen immer gleich zu handhaben und die Schwindung zu bestimmen.
  • Bearbeiten auf dem Ringstock: Was besonders beachtet werden muss ist, wenn der Silverclay um den Ringstock gearbeitet und die Enden verbunden wurden, darf nur noch mit grosser Vorsicht an der Form oder Textur gearbeitet werden, der noch feuchte Ring fängt sich ansonsten an auszudehnen und wird grösser, womit die Ringgrösse schlussendlich nicht mehr stimmt.
  • Trocknen: Der Ring sollte  immer auf dem Ringstock getrocknet werden. Nimmt man ihn zu früh weg, fehlt dem Ring der Widerstand des Ringstabs und der Silverclay zieht sich viel stärker zusammen, so dass der Ring  kleiner wird.
  • Ringbreite: Breite Ringe brauchen mehr Zuschlag, schmale Ringen brauchen weniger Zuschlag.

Schwindung bestimmen

Brenne einen Teststreifen, z.B. ein Stück Modelliermasse mit genau 2 cm Länge auswallen und trocknen. Brenne dann dies bei einer bestimmten Brenntemperatur, z.B. 800°C . Messe und notiere danach wieder die Grösse und rechne so die Schwindung aus. Messe den Umfang des Fingers in Zentimeter und addiere die ausgerechnete Schwindung. 

Durchschnittliche Zugaben / Richtwerte

Voraussetzung: PMC3, Brenntemperatur 700°C, Haltezeit 10 Minuten im Elektroofen, gemessen mit amerikanischer Ringgrösse mittels unserem Messband.

Ringbreite ca. 1 cm Zugabe +2 Grössen (z.B. gemessene Grösse 8 plus 2 Grössen Zugabe = Grösse 10

Schmaler Ring ca. 0.4 cm, z.B. runder Würmchenring Zubabe 1 1.5 Grössen

Breiter Ring Ringbreite über 1.5 cm Zugabe 1 2.5 Grössen.

Bei einer Brenntemperatur von 800°C muss zusätzlich einen Grössenzuschlag von 0.5 Grössen addiert werden. z.B. gemessene Grösse 8 ergibt  2.5 Grössenzuschlag bei ca. 1 cm Ringbreite.

Beim Brennen im Hotpot reduziert sich der Grössenzuschlag  um 0.5 Grössen. Das heisst bei einem normalen Ring ist der Grössenzuschlag plus 1.5 Grössen.

Was tun wenn der Ring zu gross wurde

  • Brenne den Ring nochmals bei einer höheren Temperatur und längerer Haltezeit. Maximal darf bei 900°C und einer Haltezeit von 2 Stunden gebrannt werden (ohne Zirkonias). Bei dieser Temperatur ist die maximale Schwindung erreicht.
  • Bestreichen eines Teil des Ringes auf der Innenseite mit Paste. Nicht den ganzer inneren Umfang auf einmal bestreichen, da sonst die aufgetragene Paste wegen der Schwindung abblättern könnte.
  • Man formt ein dünnes Würmchen aus der Modelliermasse und setzt es innen in der Mitte der unteren oder oberen Hälfte des Ringes auf und streicht es gegen den Rand aus. Dies ist zu Empfehlen, wenn der Ring über 1 Nummer zu gross ist.
  • Je nachdem gibt es auch noch andere Möglichkeiten zum verkleinern, die hängt aber immer vom Dekor des Ringe ab und vom eigenen Können: Falls er mehrere Nummern zu gross ist kann mit einer Säge ein Stück herausgesägt und entweder wieder zusammengelötet werden, oder mit Modelliermasse verbunden und nochmals gebrannt werden.
  • Oder es kann ein Stück herausgeschnitten, gefeilt und offen getragen werden.Auch der Gang zum Goldschmied lohnt sich, er hat spezielle Werkzeuge um einen Ring zu verkleinern. 

Was tun wenn der Ring zu klein wurde

  • Ring auf einen Metallriegel setzen und mit einem weichen Kunststoff- oder Büffelhauthammer hämmern (Achtung bei Steinchen, die könnten herausspicken, Finger drauf halten und nicht draufschlagen). Beim Hämmern dehnt sich der Ring aus.
  • Ist der Ring dick genug, kann man versuchen, mit einer Goldschmiedefeile innen zu feilen und so zu vergrössern.
  • Ist er viel zu klein, bietet sich das Aufschneiden des Ringes und das Feilen der enden an, so dass man einen offenen Ring hat.
  • Auch kann man einen Goldschmied aufsuchten welcher spezielle Werkzeuge hat, um einen Ring auszudehnen.

Schrumpfstopper

Es gibt Schrumpfstopper, welche man selbst aus speziellem Giesspulver und Giessform giessen kann und nach dem Trocknen für denn Brennvorgang in den Ring einsetzt. So wird die Schwindung bei der  gewählten Grösse gestoppt. Aber wird zuwenig Schrumpfzugabe berechnet, kann der Ring an der Verbindungsstelle aufreissen. Wird zuviel zugegeben, kann der Schrumpfstopper auch nicht helfen, da die Schwindung vorher stoppt,  dann muss nochmals höher gebrannt werden.

Ein Vorteil eines Schrumpfstoppers ist auch, dass die Ringe nach dem Brennen schön rund sind. Ohne Schrumpfstopper kann es ab und zu passieren, dass es den Ring verzieht, oval aussieht und er rund geklopft werden muss.

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